Archive for April, 2012

Was uns in diesem Leben alles wahnsinnig macht

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Heute: Der Kampf um Anerkennung


Manche Menschen – und ich selbst zähle mich zu ihnen – werden im Leben andauernd gestochen wie von einer Biene. Diese Menschen sind deshalb ständig unruhig, können das Treiben auf der Welt nicht einfach apolitisch betrachten sondern wollen sich einmischen. Weder Therapeuten noch Philosophen oder sonst etwas können sie davon abhalten ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen. Von ihren Mitmenschen werden sie dafür nicht gerade geliebt.

In den meisten Gesellschaften, insbesondere in solchen auf dem Weg zu “entwickelten” Gesellschaften, sind die angesprochenen Menschen nicht willkommen – so auch in der Türkei. Ihre Mitmenschen kritisieren sie und begründen dies noch damit, dass es nur “zu ihrem eigenen Besten” sei. Der eigentlich Grund für die Kritik ist aber der Versuch das Selbstbewusstsein der “Störenfriede” zu demolieren um sie in ihrem Wirken, ihrem Leben einzuschränken. Denn diese Menschen könnten ihr gewohntes Leben bedrohen.

Wenn man das so liest, wird schnell klar, dass die “Störenfriede” ein schweres Leben haben. Mir wurde es aber erst richtig klar, als mein Therapeut mich bei einem unserer Gespräche auf das Thema brachte. Ich las daraufhin mehrere wissenschaftliche Artikel, forschte eine Weile und kam letztlich zu einer Einsicht, die eigentlich auf der Hand liegt:

Der Mensch will Anerkennung.

 

 

Kaugummi raus,Frau Erdoğan!

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Heute morgen habe ich mich mal wieder sehr aufgeregt! Der Grund? Artikel aus der türkischen und deutschen Zeitungen über das „Kaugummi Verfahren“ der Tochter des türkischen  Ministerpräsidenten.

Sümeyye Erdoğan ist die Tochter des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Im Moment können Sie auf Sümeyye Erdoğans Facebook-Seite über das, was im türkischen Staatstheater in Ankara passierte, lesen.

In der letzten Woche ist Sümeyye Erdoğan mit einer Freundin, beide tragen Kopftuch, ins Theater „Der junge Osman“ gegangen. Während der Vorstellung saß Sie in der ersten Reihe mit einem Kaugummi im Mund, den Sie hin und her kaute.

Ich weiss nicht, wie es hier in Deutschland ist, aber in der Türkei herrschen auch im Theater verschiedene Normen, an die man sich halten sollte. Wenn man sich ein Theaterstück ansieht, sollte man seine Aufmerksamkeit auf den Künstler richten. Wer im Theater Kaugummi kaut, muss sich nicht wundern, wenn sein Verhalten als Respektlosigkeit verstanden wird.

Das gilt auch, wenn man Sümeyye Erdoğan heißt.

Ich bin dann mal Offline – Ein Interview mit Christoph Koch

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Seit sehr, sehr langer Zeit habe ich nicht geschrieben, doch nun bin ich zurück und freue mich Euch ein Interview mit Christoph Koch präsentieren zu können!

Danke dir, Christoph, von ganzen Herzen! Ich wünsche Dir noch mehr Erfolg und Glück im Leben !!!

Nun, wieso habe ich so ‘ne lange Zeit nicht geschrieben oder Interviews und Fotos gemacht???

Ich war mit meinem Umzug nach Deutschland, mit der Bürokratie und dem Einlebem beschäftigt. Jetzt lebe ich schon seit 4 Monaten in Deutschland und es wird mal wieder Zeit aus meinem Mauseloch rauszukommen.

Am Anfang hatte ich Vorurteile, als ich dem lieben Christoph Koch eine Mail schrieb und fragte, ob er mit mir ein Interview machen würde.

Ich hatte sein Buch,”Ich bin dann mal offline – Leben ohne Internet und Handy”, durch meine KoWi-Veranstaltung kennengelernt und gelesen. Vom Buch war ich so begeistert, dass ich die Mail dann aber ohne Nachdenken abgeschickt habe. Trotz meiner skeptischen Erwartung, kam sehr schnell eine Antwort, und ich hatte ein “JA” bekommen.

Nun musste man das Interview vorbereiten. Wegen meiner Aufregung war das natürlich sehr schwierig.

Doch letztlich hatte ich es geschafft und wir haben das Interview verwirklichen können.

Christoph Koch ist ein Journalist und arbeitet für Neon, Die Zeit, Financial Times-DE, brand eins, Tagesspiegel, GQ und viele andere Zeitungen/Zeitschriften.

Im vergangenen Jahr hat er ein Experiment gemacht: 40 tage ohne Handy und Internet hat er gelebt und dabei ist das Buch rausgekommen.

Nun zum Interview:

-Was Leute so machen: Ein programmierender Philosoph

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Unterschiedliche Menschen begeistern sich für unterschiedliche Dinge. In meinen Interviews lasse ich Menschen erklären, was sie interessiert. Heute spreche ich mit Oliver Will, der zwei Dinge miteinander verbindet, die man nicht unbedingt zusammen erwarten würde: Philosophie und Computersimulationen.
Ich finde diese Forschung sehr interessant, weil sie eine andere Form von Sozialwissenschaft ist, der man weniger leicht vorwerfen kann, dass sie unwissenschaftlich und nicht exakt sei. Deshalb will ich sie hier vorstellen.

 

Nun aber zum Interview:

FD: Von Physikern und Ingenieuren, die Computersimulationen verwenden, haben die meisten von uns schon mal gehört. Du aber schreibst und benutzt Computerprogramme für Deine Doktorarbeit in Philosophie. Wie passt das zusammen?

OW: Auf eine ganz ähnliche Frage versuche ich in meiner Doktorarbeit eine Antwort zu geben. Ich nehme mir einen philosophischen Klassiker vor, übersetzte ihn in eine Sprache, die mein Computer versteht, und versuche zu zeigen, dass wir dadurch etwas gewinnen.